Tag der deutschen Sprache
Fernwald - Der Tag der deutschen Sprache findet jährlich am zweiten Wochenende im September statt. In der Region Mittelhessen wird dieser Tag am 11. September in Marburg eine konkrete Gelegenheit bieten, mit dem Verein Deutsche Sprache e.V. ins Gespräch zu kommen. Dazu ist ein Informationsstand am Brunnen auf dem oberen Marktplatz vorgesehen. Dies beschloss der Vorstand des VDS Mittelhessen in seiner Sitzung am Montag in der Fernwaldhalle.
Regionalvorsitzender Adolf Wallbott (Fernwald) ging in einem Kurzreferat auf den Unterschied zwischen „Denglisch“ und „Anglizismus“ ein. Denglisch – auf Englisch „Germish“ – sei ein Kunstwort, das aus den Bestandteilen „Deutsch“ und „Englisch“ bestehe. Dabei dürfe der Begriff „Denglisch“ nicht mit „Anglizismus“ verwechselt werden. Der Begriff Anglizismus enthalte in sich nicht grundsätzlich eine Wertung für ein bestimmtes Wort aus der englischen Sprache. Dagegen sei „Denglisch“ ein wertender Begriff aus der Sprachkritik, der mit wissenschaftlichen Kriterien nicht bestimmbar sei. Von „Denglisch“ spreche man dann, wenn englische Verben und Adjektive in die deutsche Sprache übernommen würden, obwohl es geeignete deutsche Wörter gebe, die den denselben Sachverhalt mit der derselben Bedeutung zum Ausdruck brächten.
Als Beispiele nannte Wallbott: „eine stylishe Hose“ oder „das Programm wurde gedownloadet oder downgeloadet.“
In über 40 Ländern der Erde aktiv
Der VDS ist ein weltweit wirkender Verein
Fernwald - „Der VDS ist eine internationale Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der deutschen Sprache.“ Diese Feststellung traf der Regionalvorsitzende Adolf Wallbott in der Vorstandssitzung des Vereins Deutsche Sprache e. V. in der Ratsschänke am vergangenen Montag. Wallbott verwies in seinem Bericht von der VDS-Bundesdelegiertentagung in Landshut auf die Tatsache, dass der VDS in über 40 Ländern der Erde aktiv sei. Von den inzwischen 33000 Mitgliedern lebten etwa 20 000 nicht in Deutschland; der VDS sei daher mit Sicherheit kein „nationalistischer“ oder „deutschtümelnder“ Verein, sondern eine weltweit tätiger Gemeinschaft von Freunden der deutschen Sprache. Diesen Beitrag weiterlesen »
Sprache-Verein auf Erfolgsspur
(rsl). “Der Verein Deutsche Sprache (VDS) ist mit seinen Aktivitäten weiterhin auf der Erfolgsspur”, erklärte der VDS-Regionalvorsitzende Adolf Wallbott in einer Vorstandssitzung in der Fernwaldhalle. Die vielseitige Anerkennung der Arbeit des VDS sei daran zu erkennen, dass die Öffentlichkeit verstärkt über das Thema “Gebrauch der Sprache” diskutiere und die Politik bereits erste Konsequenzen daraus gezogen habe. Wallbott nannte als Beispiele das Bundesverkehrsministerium, das Auswärtige Amt, das Goethe-Institut, die Deutsche Bahn und die Initiative der Europaminister der Bundesländer.
Kein “Meeting” mehr
Der Vorstoß des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer richte sich gegen die Verwahrlosung der deutschen Sprache. Die Mitarbeiter des Ministeriums träfen sich nicht mehr zu einem “Meeting”, sondern zu einer Sitzung der Arbeitsgruppe, das “Travel Management” heiße jetzt wieder Reisestelle.
Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff, habe die Landesregierungen, die Kommunalverwaltungen sowie die Betriebe in öffentlicher Hand aufgefordert, nach dem erfreulichen Vorstoß von Verkehrsminister Peter Ramsauer in allen Behörden sowie in offiziellen Dokumenten Deutsch wieder generell als Umgangssprache zu gebrauchen. Es seien nicht nur ältere Menschen, die über das “Sprach-Kauderwelsch” bei öffentlichen Institutionen, auf Bahnhöfen, bei der Post und der Telekom verärgert seien.
Wallbott kritisierte in diesem Zusammenhang die böswillige Unterstellung, der Verkehrsminister habe “die englische Sprache in seinem Haus verboten.” Tatsächlich gehe es nur um den sorgfältigen Umgang mit den Sprachen.
Quelle : Lauterbacher Anzeiger vom 19.4.2010