In über 40 Ländern der Erde aktiv
Der VDS ist ein weltweit wirkender Verein
Fernwald - „Der VDS ist eine internationale Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der deutschen Sprache.“ Diese Feststellung traf der Regionalvorsitzende Adolf Wallbott in der Vorstandssitzung des Vereins Deutsche Sprache e. V. in der Ratsschänke am vergangenen Montag. Wallbott verwies in seinem Bericht von der VDS-Bundesdelegiertentagung in Landshut auf die Tatsache, dass der VDS in über 40 Ländern der Erde aktiv sei. Von den inzwischen 33000 Mitgliedern lebten etwa 20 000 nicht in Deutschland; der VDS sei daher mit Sicherheit kein „nationalistischer“ oder „deutschtümelnder“ Verein, sondern eine weltweit tätiger Gemeinschaft von Freunden der deutschen Sprache.
Der Tag der deutschen Sprache am 11. September soll wieder genutzt werden, um auf die aktuellen Probleme aufmerksam zu machen. In Gießen wird es eine Autorenlesung mit Gerd Schrammen geben. Er wird sein Buch „Ich spreche gern Deutsch“ vorstellen und einige Kostproben daraus geben.
Vorstandsmitglied Hermann Schubart (Marburg) berichtete über die Aktivitäten der inzwischen sehr aktiven Regionalgruppe. Am Tag der deutschen Sprache werde es in Marburg auf dem Marktplatz einen Informationsstand des Vereins geben.
Vorstandsmitglied Ernst Lorch (Gladenbach) gab eine Zusammenfassung seines Briefwechsels mit ARD und ZDF zum Thema „Public Viewing“ und den dazu erhaltenen hilflosen und ausweichenden Antworten.
Abschließend berichtete Vorsitzender Wallbott von neuen „Lichtblicken“ in dieser sprachlichen Grauzone. Das Goethe-Institut habe das Jahr 2010 zum „Jahr der deutschen Sprache erklärt. Die Mehrheit der alten Menschen möchte als Senior/Seniorin öder als älterer Mensch bezeichnet werden, aber nicht als „Silver Ager“ oder „Happy Ender“ – dies habe eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK für den „Senioren-Ratgeber“ herausgefunden. Bei dem neu gegründeten Verein „Soziales Bürgerzentrum Hand in Hand“ in Kierspe (Sauerland) würden bewusst klare und verständliche deutsche Bezeichnungen benutzt. So hießen z.B. die Rubriken für das Sammeln von Lebensmitteln und deren Ausgabe an Bedürftige „Einkaufskorb“ und „Vorratskammer“, die Annahme und der Verkauf gut erhaltener Kleidung „Kleiderschrank“ und das Café „Kaffeetisch“.
Die Deutsche Bank wolle in Zukunft weniger Anglizismen verwenden, so z. B. Schalter für Counter, Handzettel für Flyer und Mietfahrrad für Call a Bike. Im Vorstand des Bayer-Konzerns solle nach dem Rückzug des schottischen Vorsitzenden wieder Deutsch gesprochen werden; der neue Vorsitzende ist Niederländer. Der Niederländer Louis van Gaal, Trainer des FC Bayern, sollte Fragen eines Journalisten auf Englisch oder Spanisch beantworten, er tat dies aber auf Deutsch.
Abschließend sprach Wallbott die Hoffnung aus, dass es künftig auch im heimischen Raum wieder solche Lichtblicke geben werde, und nannte als positives Beispiel „Mädchenaktionstag“ und „Jungenaktionstag“ für das unsinnige Wort „Girls’ Day“ für beide Geschlechter. Die Hessische Landesregierung zeige sich beratungsresistent und gehe mit schlechtem Beispiel voran; sie spreche trotz Widerspruchs des VDS fälschlicherweise immer noch von „Girl’s Day für Jungen und Mädchen“ in der internen Mitteilung HESSEN@AKTIV an die betreffenden Dienststellen.
Der Verein Deutsche Sprache ist im Internet erreichbar unter „vds-ev.de“ auf Bundesebene und natürlich auch unter „vds-mittelhessen.de“ für den lokalen Bezug.